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Schulden machen krank

Röthis, den 25. Januar 2016

Erster Dialogtag zum brisanten Thema „Schulden und Gesundheit“ in Lustenau

Schulden können krank machen und zugleich kann Krankheit zu finanziellen Problemen führen. „Wer die Schuldenberatung aufsucht, hat zumeist nicht nur finanzielle Probleme“, weiß Peter Kopf, Geschäftsführer der ifs Schuldenberatung aus seinem Arbeitsalltag zu berichten. „71 Prozent der Betroffenen leiden unter Stresssymptomen, 63 Prozent unter Depressionen und 60 Prozent haben Schlafstörungen oder andere psychische Probleme.“ Um Betroffene effizient unterstützen zu können, bedarf es einer Kooperation zwischen Schuldenberatern und Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich.


Die gesundheitlichen Auswirkungen von sozialer Benachteiligung, Armut und Schulden sind erwiesen. Belege hierfür erbringen Studien wie jene der Universität Mainz und jene der Dachorganisation der österreichischen Schuldenberatungen (asb). „Die Mainzer Studie wie auch der internationale Forschungsstand zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Überschuldung und Gesundheitsproblemen auf“, berichtet Heiko Rüger, Mitautor der Studie. „Dies betrifft insbesondere den Bereich der psychischen Gesundheit. Notwendig sind daher gut vernetzte Hilfsangebote, die Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage von überschuldeten Personen einschließen.“

Abstimmung von Hilfsangeboten
Ganz im Zeichen der Vernetzung und des interdisziplinären Austauschs stand auch der von ifs Schuldenberatung und asb in Kooperation mit dem Fonds Gesundes Österreich organisierte Dialogtag „Schulden und Gesundheit“. Mehr als vierzig Expertinnen und Experten trafen sich in Lustenau, um Wissen zu bündeln und eine bessere Abstimmung zwischen einzelnen Hilfsangeboten zu erreichen. „Denn es gilt, das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Überschuldung und Gesundheit zu stärken und eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen“, erklärt Peter Kopf. „Nur so kann es gelingen, neue gesundheitsfördernde Projekte zu entwickeln und damit Betroffenen – möglichst vorbeugend – zu helfen.“

Präventiv gegen Überschuldung
Wichtig ist es, die Gesundheit von überschuldeten Personen zu stärken, sodass diese die Möglichkeit erhalten, aus eigener Kraft einen Ausweg aus der Schuldenkrise zu finden. In diesem Zusammenhang ist das Entwickeln von Präventionsprogrammen von besonderer Bedeutung. Denn je früher Hilfe angeboten und in Anspruch genommen wird, desto höher stehen die Chancen, sich finanziell und gesundheitlich zu erholen und einer schuldenfreien Zukunft entgegenzublicken. 


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