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Netzwerk Welt der Kinder

Röthis, den 21. November 2016

Wachsende Ungleichheit und das Auseinanderdriften von sozialen Gruppen stellen weltweit größte Herausforderungen dar, insbesondere betreffen sie Kinder und Jugendliche. Das Netzwerk Welt der Kinder möchte Folgewirkungen aufzeigen und für die Entwicklung von Gegenmaßnahmen Orientierung  geben. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der aktiven Teilhabe junger Menschen. Dazu stellt das Netzwerk eine filmische Informationsplattform im Internet zur Verfügung.


Zum internationalen Kinderrechtstag am 20. November 2016 macht das Netzwerk Welt der Kinder (aks gmbh, Caritas, Institut für Sozialdienste, Pro Mente, SOS-Kinderdorf, Stiftung Jupident, Vorarlberger Kinderdorf, Welt der Kinder) Beiträge aus Forschung und Praxis einem breiten Publikum zugänglich. Auf
www.weltderkinder.at. wird eine filmische Plattform aufgebaut, die es in der Fülle der komplexen Zusammenhänge erlaubt, gut informierte Grundhaltungen zu bilden und Programme neu zu orientieren. Zunächst werden mit Franz Schultheis und Richard Wilkinson Auswirkungen sozialer Ungleichheit beleuchtet. Schwerpunktmäßig werden Beiträge folgen zur Transmission psychischer Erkrankungen in die nächsten Generationen, zum Zusammenspiel zwischen Familien und professionellen Betreuungssystemen, zu Gewaltprävention, zu Effekten virtueller Internetwelten auf Kinder und Jugendliche, sowie zur Stärkung der Partizipation junger Menschen.

Die neuen Beiträge sind soziologisch ausgerichtet: Franz Schultheis macht in einfacher Sprache zugänglich, wie sich Ungleichheit auf unsere sozialen Praktiken auswirkt – und wie gegengesteuert werden kann. Richard Wilkinson ist einer der weltweit führenden Forscher zu sozialer Ungleichheit. Er weist im internationalen Vergleich nach: Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto größer sind ihre sozialen Probleme. Ungleiche Gesellschaften schneiden bei der Lebenserwartung schlechter ab, es gibt mehr Drogensüchtige, mehr psychische Erkrankungen, mehr Kriminalität. In ungleichen Gesellschaften herrschen weniger Vertrauen und weniger sozialer Zusammenhalt. Zugleich steigt die Tendenz zu mehr Gewalt. Das beeinflusst auch die Bildungschancen der Kinder. Es entsteht eine Armutsmentalität, die für die gesamte Gesellschaft fatale Folgen hat und die Gesundheit aller belastet.

Das Phänomen sozialer Ungleichheit ist der zunehmenden Verhärtung im sozialen Raum geschuldet: Nicht nur finanzielle Mittel, auch Zugänge zu kulturellen Ressourcen sind zunehmend ungleich verteilt. Umso bedeutsamer ist es, dass Menschen, die unmittelbar mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und Einblick in ihre alltäglichen Lebensumstände erhalten, für die jungen Menschen eintreten. Es ist ein Anliegen des Netzwerks Welt der Kinder, das öffentliche Bewusstsein dafür zu sensibilisieren, wie neue Gleichgewichte gefunden werden können. Einer der zentralen Punkte in dieser Vorgangsweise ist die Beteiligung der Betroffenen, der Kinder und Jugendlichen selbst. Kinderkonferenzen in Vorarlberger Gemeinden zeigen: Kinder setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, wie Ungleichheit und Ungerechtigkeit wirken. Kinder erleben es vor allem als beschämend, außerstande zu sein, etwas mit anderen zu teilen, weil sie selbst zu wenig haben. Aber es leidet auch das Vertrauen gutsituierter Kinder in Erwachsene, wenn sie miterleben, dass Gleichaltrige so viel schlechter behandelt werden als sie selbst.

Im Netzwerk Welt der Kinder kooperieren acht Einrichtungen (aks gmbh, Caritas, Institut für Sozialdienste, Pro Mente, Stiftung Jupident, SOS-Kinderdorf, Vorarlberger Kinderdorf, Welt der Kinder) sowohl inhaltlich als auch in der Abstimmung von Arbeitsprozessen zwischen unterschiedlichen professionellen Akteuren. Darüberhinaus gibt es eine Zusammenarbeit mit der Liga für das Kind Deutschland sowie mit der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit in Wien, wo Wilkinson anlässlich der Jahrestagung am 24. November vorträgt. Um die jungen Menschen in der politischen Teilhabe zu stärken, begleitet Welt der Kinder unterschiedliche Beteiligungsformate in Vorarlberger Gemeinden.


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