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Dürfen Jugendliche Schulden machen?

Tipp 1 - Schuldenfrei ins Leben  

Dürfen Jugendliche Schulden machen?

Christina ist 15 Jahre alt und macht eine Lehre als Bürokauffrau. Ihre Lehrlingsentschädigung im ersten Lehrjahr beträgt 430 Euro. Christina hat sich nun einen lang gehegten Traum erfüllt und einen Roller gekauft. Da sie den Kaufpreis nicht bar bezahlen kann, unterschreibt sie eine Ratenvereinbarung, in der sie sich verpflichtet, 52 monatliche Raten zu je 150 Euro zu bezahlen. Christinas Mutter kommt in den Sprechtag der ifs Schuldenberatung und möchte wissen, ob ihre Tochter mit 15 Jahren bereits Geschäfte dieser Art abschließen darf, zumal Christina noch nicht volljährig ist und die Eltern den Ratenvertrag nicht unterschrieben haben.

Bekanntlich ist man mit 18 Jahren volljährig und somit auch voll geschäftsfähig. Erst dann darf man ohne Zustimmung seiner Eltern Verträge abschließen. Christina fällt mit 15 Jahren in die Gruppe der "mündigen Minderjährigen". Das sind Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Je nach Einkommen können sie sich in diesem Alter zu Leistungen verpflichten und dürfen auch Ratenvereinbarungen treffen. Die finanziellen Verpflichtungen dürfen aber die Befriedigung ihrer Bedürfnisse nicht gefährden.

Der Oberste Gerichtshof geht davon aus, dass Jugendliche, wenn sie, so wie Christina, ein eigenes Einkommen haben, auch für ihren Unterhalt sorgen bzw. einen Beitrag dazu leisten müssen. Somit kann sich ein Jugendlicher nicht über sein gesamtes Monatseinkommen verpflichten.

Eine generelle Richtlinie, wie viel ein mündiger Minderjähriger zum Lebensunterhalt benötigt, gibt es im Gesetz nicht. Das hängt immer von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab.

Rechtspraxis ist, dass eine Ratenvereinbarung zumindest dann unwirksam ist, wenn damit eine monatliche Belastung von ungefähr 30 Prozent des Monatseinkommens verbunden ist. Allerdings spielt auch die Anzahl der Raten und die zukünftige Einkommenssituation eine Rolle.

Im Fall von Christina ist der Ratenvertrag ungültig und es können auch die Eltern nicht zur Bezahlung herangezogen werden, da sie die Ratenvereinbarung nicht unterschrieben haben. Somit ist das Geschäft rechtsungültig.
Übrigens: Taschengeld ist kein Einkommen, da Jugendliche keinen Rechtsanspruch darauf haben. Jugendliche können keine Ratenvereinbarungen über ihr Taschengeld abschließen. Jeder Kaufvertrag wäre hier unwirksam.

Bei Fragen und für zusätzliche Informationen wenden Sie sich gerne an die IfS-Schuldenberatung..

Weitere Auskünfte rechtlicher Art zu diesem Thema gibt auch der Vorarlberger Kinder- und Jugendanwalt. und die Arbeiterkammer.

 

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