Johannitergasse 6
6800 Feldkirch
Sexualisierte Gewalt hinterlässt tiefe Wunden – körperlich, emotional und seelisch. Oftmals fühlen sich Opfer schuldig. Sie fragen sich, ob sie die Tat mit einem anderen Verhalten hätten verhindern können und empfinden eine tiefe Scham. Doch, wie Gisèle Pélicot es im Vergewaltigungsprozess von Avignon treffend sagte: "Die Scham muss die Seite wechseln." Denn schämen muss sich der Täter, nicht das Opfer.
Die Schamgefühle, die Opfer von sexualisierter Gewalt begleiten, sind besonders quälend. Jede Erinnerung an die Tat, jede Konfrontation mit der Realität kann neue Schamreaktionen auslösen. Verwirrung, Unsicherheit und widersprüchliche Aussagen sind häufige Begleiterscheinungen. Diese Scham und die Stigmatisierung hindern viele Opfer daran, sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu suchen. Ziel ist es, diesen Kreislauf der Scham zu durchbrechen und die Verantwortung für sexualisierte Gewalt klar den Tätern zuzuschreiben.
Unterstützung bietet die ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt. Hier stehen die Mädchen und Frauen mit ihren ganz individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Im geschützten Rahmen können sie sich mit ihren Gewalterfahrungen auseinandersetzen, ohne sich erneut schuldig oder beschämt fühlen zu müssen. Die Mitarbeiterinnen informieren Betroffene über ihre rechtlichen Möglichkeiten und beraten sie zu Anzeige und Strafverfahren.
Einblicke in die Tätigkeiten der ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt bietet der Tätigkeitsbericht 2024.